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Ein Plädoyer für Aktien

Aktien haben zur Zeit bei Anlegern einen schweren Stand. Nachdem die Kurse binnen eines Jahres auf das Niveau von 1997 zurück gefallen sind, zogen sich viele private Anleger aus dem Markt zurück. Kurzfristig ist ein solches Verhalten verständlich und richtig, langfristig könnte sich dieser Liebesentzug für die Betroffenen jedoch als teurer Fehler erweisen.


Die Ursache für den Zerfall von Finanzwirtschaft und Anstand war ein politisch gewollter Überschuss an Geld. Geld, welches nicht durch vorhandene Werte gedeckt war. In Phasen, in denen die Geldmenge stärker steigt als die Menge der Güter, steigen in der Regel die Preise für Kapitalanlagen. Grund für diese Preissteigerung ist, dass Geld im Vergleich an Wert verliert. Liquiditätsgetriebene Hausse, nennt sich dieses Phänomen.

Eine liquiditätsgetriebene Hausse ist nichts anderes als ein Anlagenotstand für Kapitalanleger. Ihr Dilemma: Sie verfügen zwar über viel Geld, preiswerte Kapitalanlagen sind jedoch knapp und deshalb teuer. Aus diesem Grunde kaufen Sie entweder immer teurer ein – und senken damit die Rendite – oder weichen auf Anlagen der zweiten Wahl aus (deren Preis in der Folge aber auch steigt). Bestes Beispiel waren die Immobilienobjekte, nicht etwa im Subprime Bereich, sondern gute Objekte, welche in der Spitze zu Renditen knapp unter 4% (statt 6-8%) gehandelt wurden.

Solche liquiditätsgetriebene Haussen sind einfach zu erkennen und zu durchschauen. Sie beginnen mit einem Trend und enden im Wahnsinn. Letzterer ist in der Regel erreicht, wenn irgendwelche Wellenreiter in Massenblättern davon fabulieren, dass es fundamentale Gründe für diese Überbewertung gibt.

Auch der Aktienmarkt ist anfällig für solche Blasenbildungen, welche durch überschüssiges und deshalb billiges Geld entstehen. Im Gegensatz zu Sachwerten, welche im Grundsatz nur dazu geeignet sind, ihren Wert zu erhalten, und Zinswerten, bei denen nicht einmal das zu schaffen ist, beteiligt man sich mit Aktien aber tatsächlich an Wertschöpfung.

Werte und Wohlstand entstehen nämlich weder durch Kurssteigerungen an der Börse noch durch irrwitzige Finanzkonstrukte noch durch juristische Winkelzüge und schon gar nicht durch staatliche Wohltaten. All diese Faktoren dienen lediglich der Umverteilung bestehenden Wohlstands. Wohlstand entsteht einzig und allein durch die Gewinnung, Veredelung, Entwicklung und die Herstellung von Gütern. Die hier erzielten Wertzuwächse bestimmen das zu verteilende Volksvermögen.

Wenn wir uns also von der konservativen Annahme leiten lassen, dass Werte im wahrsten Sinne des Wortes erschaffen werden, bedeutet das in letzter Konsequenz, dass es nichts Lohnenderes und Sichereres gibt, als sich am Wertschöpfungsprozess direkt zu beteiligen. Denn alles andere leitet sich aus diesem Prozess ab: ohne rentable Wirtschaft keine Zinsen, keine Lebensversicherungen, keine Mieteinnahmen, rein gar nichts.

Wenn wir also Aktien beurteilen, müssen wir uns nicht an der Frage orientieren, ob dies eine gute Sache ist, sondern wie man damit umzugehen hat. Und das ist eigentlich gar nichts so schwierig. Es reicht, wenn man Fehler vermeidet:


1. Handle nie unter Druck

Der Umstand über beträchtliche Geldmengen zu verfügen, ist kein Grund sich unter Zeitdruck setzen zu lassen und in den Aktienmarkt einzusteigen. Entscheidend ist, wie weit sich der Markt bereits entwickelt hat und ob dieser Trend von Dauer ist. Am besten kauft man dann, wenn das Leiden der anderen am größten ist.

2. Lass Dir Zeit

Die alte Börsenweisheit, man solle Aktien kaufen, um sie danach für viele Jahre zu vergessen, gilt so längst nicht mehr. Die Zeiten sind härter und schneller geworden. Heute gilt, dass man im Notfall fähig sein muss, viele Jahre auf das Geld zu verzichten.

3. Bändige Deine Gier

Mit Aktien verdient man durchschnittlich 8%, d.h. Sie verdoppeln Ihr Kapital jeweils alle 10 Jahre. Wenn Sie diese Verdoppelung innerhalb von 3 Jahren erreicht haben – wie dies in der Zeit zwischen 2003 und 2008 möglich war – müssen Sie sich nicht weiter reich rechnen, sondern sollten Ihr Geld in Sicherheit bringen.

Anders ausgedrückt: Vernünftig handelnde Menschen beginnen jetzt mit deutlich mehr Geld bei Punkt 1. Gierige beginnen zwar auch wieder von vorne, nur haben sie in der Zwischenzeit viel Geld verloren.

Fazit:

Mit einer direkten Beteiligung am Wirtschaftsgeschehen nehmen Sie teil an der Schaffung echten Mehrwerts. Aktien sind deshalb zwingenderweise eine vernünftige und im Schnitt lohnende Anlageklasse und gehören deshalb grundsätzlich in jedes Portfolio. Übrigens: die meisten Anleger leiden zur Zeit ziemlich heftig!

Sie möchten weitere Informationen zu diesem und anderen Finanz-Themen?
Dann besuchen Sie mein wöchentliche Kolumne auf www.altersportal.de .

Ihr Sidney Batt
(Finanzplaner mit eidg. FA)
6.2.09 11:25


Was die Finanzkrise Privatanleger lehrt

Zweifellos sind wir weit davon entfernt, von einem Ende der Finanzkrise sprechen zu können. Entsprechend wissen wir auch nicht, wie sich die Kapitalmärkte und die Weltwirtschaft schlussendlich neu aufstellen werden. Trotzdem sollte der Privatanleger jenen Zuwachs an Erkenntnis, den ihm die Ereignisse der vergangenen Monate gebracht haben, für sein eigenes Handeln nutzen. Ich will das wichtigste davon nachfolgend zusammenfassen.

There is no such thing as free lunch

Jahrelang hat die Finanzwirtschaft suggeriert, sie könne maximale Sicherheit und hohe Rendite in einem Produkt zusammenfassen. Heute wissen wir, dass diese Konstrukte optische Täuschungen waren, welche den Werken von M.C. Escher in nichts nachstanden.

Das magische Dreieck, Sicherheit – Rendite – Liquidität, in welchem jeweils zwei Faktoren den dritten ausschließen, gilt heute genau so wie vor hundert Jahren. Es ist nahe liegend, dass es auch in weiteren hundert Jahren noch seine Gültigkeit haben wird. Falls es die Finanzwirtschaft im heutigen Sinne dann noch geben wird...

Des Kaisers neue Kleider

Meiden Sie Menschen, welche Ihnen weismachen wollen, dass eine neue Epoche angebrochen sei, welche dazu führe, dass bisherige Maßstäbe ungültig seien. Es folgen Phasen der Desorientierung, in denen noch keine Erfahrungswerte für die Bewertung von Geschäftsmodellen bestehen, was regelmäßig zu irrwitzigen Zuständen führt.

Die Behauptung, in Zukunft würden die Regeln der Vergangenheit nicht mehr gelten, ist ein sicheres Zeichen dafür, dass mit rhetorischen Tricks versucht werden soll, den gesunden Menschenverstand außer Kraft zu setzen. Ist erst einmal die Gier geweckt, nützt es auch nichts mehr, dass einzelne Kritiker mit Fingern auf des Kaisers neue Kleider zeigen.

Wenn bereits Profis mit solchen Tricks übertölpelt  werden können, sind Privatanleger besonders gefährdet. Sie sollten sich deshalb auf traditionelle Anlageinstrumente beschränken, welche sich viele Jahrzehnte bewährt haben. Die Erfahrung zeigt, dass auf mittelfristige Sicht das Verpassen virtueller Gewinnchancen durch den Wegfall realer Verlustrisiken mehr als ausgeglichen wird.

Halte es dumm und einfach

Kaum eine Sprache ist so präzise wie die englische: keep it stupid an simpel. Komplexe Modelle haben den Nachteil, dass sie in ihrer Vielfältigkeit nur schwer zu verstehen sind, was immer wieder zu (negativen) Überraschungen führt.

Wer sich in einer fremden Materie nicht gut auskennt – und die Welt der Kapitalanlagen ist für die meisten Deutschen ein Buch mit sieben Siegeln – kann sich natürlich auf den Rat und die Expertise von Beratern verlassen. Allerdings ist es für Laien unmöglich zu kontrollieren ist, ob diese Experten tatsächlich den Überblick haben oder nur glauben, mögliche Entwicklungen voraussehen zu können.

Die Erfahrung zeigt jedoch, dass a.) Extremsituationen kaum je richtig vorausgesehen werden und b.) Extremsituationen häufiger auftreten, als man vermuten würde. Letzteres hängt nicht zuletzt mit eingeschränkten Fähigkeit der Experten zusammen, Ursachen und Wirkungen in vollem Umfang zu begreifen.

Privatanleger sind darum gut beraten, wenn sie sich bei ihren Anlagen auf einfache Grundmodelle und leicht verständliche Basisinstrumente beschränken. Künstliche Produktwelten sollten Sie meiden, auch wenn sie noch so verheißungsvoll angepriesen werden.

Es gibt keine kostenlose Beratung


Abgeleitet aus obiger Feststellung, dass nur einfache Konzepte dauerhaft sicher umzusetzen und zu kontrollieren sind, sollten Sie auf die Unterstützung neutraler Berater bauen, welche ihr Geschäft tatsächlich verstehen.

Gute Berater erkennen Sie an ihren Lösungsvorschlägen, die einfach, übersichtlich und leicht verständlich formuliert sind. Vorsicht ist geboten, wenn Vorschläge unterbreitet werden, welche zwar mit einer einleuchtenden Verkaufsgeschichte verbunden sind, deren Aufbau und Mechanik sich Ihnen jedoch nicht erschließen.
Einen für Sie geeigneten Berater erkennen Sie an der Art und Weise, wie Ihre Bedürfnisse und Fragen aufgenommen und beantwortet werden.

Die Pleite rund um die Zertifikate der Investmentbank Lehman Brothers zeigt, wie wenig die kostenlose Beratung so genannter Bankberater wert ist. Diese sind in den letzten Jahren sukzessive zu Mitgliedern des Vertriebsteams mutiert und stehen seither unter massivem Verkaufsdruck des Vertriebsleiters. Wer unter diesen Voraussetzungen eine objektive Beratung erwartet, muss sich später über die tatsächlichen Ergebnisse nicht wundern.

Guter Rat ist teuer, aber lohnt sich, denn auch nach der Finanzkrise 2008 wird sich eines mit Sicherheit nicht ändern: die Gier nach finanziellem Erfolg wird auch in Zukunft die Kreativität der Menschen anfeuern. Die Kombination aus zugekauftem Fachwissen und dem eigenen gesunden Menschenverstand wird Ihnen einen angemessenen Ertrag auf Ihr Kapitalvermögen sichern und Sie vor Schaden bewahren.

Sie möchten weitere Informationen zu diesem und anderen Finanz-Themen? Dann besuchen Sie mein wöchentliche Kolumne auf www.altersportal.de .


Ihr

Sidney Batt
(Finanzplaner mit eidg. FA)
14.1.09 16:41


Nichts wird mehr so sein wie früher...

Zugegeben, die Finanzkrise ist noch lange nicht ausgestanden. Für die Anleger bedeutet das aber noch lange nicht, dass sie sich den Marktentwicklungen verschließen und ihr Geld weiterhin bei der Sparkasse bunkern sollten. Ein solches Verhalten kommt sie früher oder später teuer zu stehen.

Die Anzeichen mehren sich, dass sich die Verhältnisse auf den Kapitalmärkten wieder normalisieren. Das bedeutet keineswegs, dass damit die Stabilität in der Bankwirtschaft wieder vollumfänglich gesichert wäre, die Wirtschaft unmittelbar vor einem neuen Boom stünde, die Rentenmärkte wieder ins Lot gerückt worden sind. Nein, es bedeutet lediglich, dass der dumme Spruch - „Nach dieser Krise wird nichts mehr so sein wie früher“ - an Aktualität verliert.

Glauben Sie mir: in wenigen Monaten wird wieder alles in den gewohnten Bahnen verlaufen. Zwar wird die Wirtschaft auch weiterhin harzen, aber die Demut vor dem Herrn wird wieder so klein geschrieben werden wie zuvor. Rendite, Gewinne und Gewinnbeteiligung werden dann wieder die Stichworte sein, welche das Leben der Manager leiten.

Sie glauben mir nicht? Dann will ich Ihnen das an einem einfachen Beispiel erklären: Vor etwas mehr als einem Jahr kannten Deutschland und die Welt nur ein Thema. Den durch die Klimakatastrophe ausgelösten Weltuntergang. Zahlreiche Wissenschafter konnten anschaulich darlegen, welche Opfer an Menschenleben, Fruchtfläche, Lebensräumen und Finanzmitteln die laufende Entwicklung kosten würde, wenn wir nicht rasch und nachhaltig reagieren würden. Ganz Deutschland war sich einig: es muss etwas geschehen, damit das Unvermeidliche vermeidbar wird.

Dann kam der Ölpreis-Schock und danach die Finanzkrise. Inzwischen meint Frau Merkel, eine Konjunkturkrise noch vor den nächsten Wahlen sei schwerwiegender als der Klimawandel und fordert, dass man Klimaschutz nicht um jeden Preis betreiben dürfe. Damit reiht sie sich – es geht mir hier nicht um Frau Merkel – in die lange Reihe jener, welche trotz der anbahnenden Katastrophe alles beim alten belassen wollen.

Ich kann Ihnen also nicht versprechen, dass demnächst alles wieder gut wird. Dafür dürfte ich mit meiner Voraussage, dass die Gesetze des Geldes auch in Zukunft gelten werden, kaum fehl liegen.

Für Sie als Anleger bedeutet dies, dass Sie Ihre Angststarre rasch überwinden und wieder rational denken sollten. Das Jahresende naht und mit ihm die Deadline für Aktionen im Rahmen der Basis-Rente und Maßnahmen gegen die Abgeltungssteuer. Wenn Sie dies vor einigen Monaten geplant hatten, sollten Sie jetzt aktiv werden. Diese Chancen kommen nicht noch einmal.

Auch in Bezug auf Aktien und Renteninvestments sollten Sie jetzt nicht untätig sein. Zwar ist nicht sicher, ob sich die Börsen auf dem heutigen Level halten können, aber eines ist ganz sicher: so wenig Risiko wie aktuell, gehen sie so rasch nicht mehr ein. Bedenken Sie: kluge Anleger machen ihre Rendite mit relativ wenig Risiko, während einer relativ kurzen Zeit. (Beachten sie hierzu auch diesen Link )

Wenn Sie Ihr Vorsorgekapital vor den Folgen einer kurzfristig orientierten Finanz-, Steuer-  und Wirtschaftspolitik schützen wollen, müssen Sie rational handeln und Chancen in Bezug auf Steuerprivilegien, Förderung und Marktentwicklung wahrnehmen. Breite Bevölkerungsschichten stehen vor der Altersarmut. Wenn Sie nicht dazu gehören wollen, sollten Sie sich nicht allzu lange am Festgeldkonto der Sparkasse festbeißen, sondern Ihren Finanzplaner kontaktieren.

Herzlichst, Ihr

Sidney Batt
(Finanzplaner mit eidg. FA)
10.12.08 11:13


Lachnummer Absolut-Return-Fonds

Wer glaubt, dass an der Börse Geld verdient wird, unterliegt einem Irrtum: die Börse ist lediglich ein virtuelles Spiegelbild der Realwirtschaft, welches an sich keine Werte schafft und deshalb auch kein Geld verdienen kann. An der Börse wird deshalb kein Geld verdient, sondern lediglich Geld gegen Ware getauscht.

Trotzdem haben am Ende des Tages einige Menschen mehr Geld als zuvor. Das hängt im besten Falle mit ihrer Fertigkeit zusammen, den Wert des getauschten Gutes besser einzuschätzen als der Geschäftspartner. Dieser wiederum hat exakt denselben Wert verloren, welchen der andere mehr hat. Ergo: es wurde über alle Bereiche betrachtet keine Wertschöpfung erzielt und damit auch kein Geld verdient. Echte Wertschöpfung erfolgt immer und ausschließlich über die Realwirtschaft.

Entgegen diesem recht einsichtigen Lehrsatz haben in den letzten Jahren vermögensverwaltende Institute versucht, neue Realitäten zu schaffen. Das Ergebnis: Absolut Return. Oder anders ausgedrückt: In jeder denkbaren Börsenlage sollten die Anleger ihr Vermögen mehren können. Ein Durchbruch in der Vermögensverwaltung schien geglückt. Durch Einführung der Absolut-Return-Konzepte konnten nicht nur neue Anlegerkreise erschlossen werden – nämlich jene, welche Verlusten überhaupt nichts abgewinnen können und das ist meiner Erfahrung nach die Mehrheit – die Vermögensverwaltung von mittleren und kleineren Vermögen konnte fortan über (aus Sicht der Bank) kostengünstige Standardfonds erfolgen.

Dumm nur, dass sich dieser Durchbruch bereits beim erstbesten Stresstest als Trugschluss herausgestellt hat. Zwar ist es auch in schwierigen und schlechten Zeiten möglich, durch geschicktes Tauschen das eigene Vermögen zu mehren. Zurück bleibt jedoch immer noch dieselbe Menge an Verlierern. Weil dem so ist, findet sich in Extremzeiten niemand oder nur viel zu wenige, welche eine Wette gegen den sicheren Sieger eingehen. Aber genau dies ist die Voraussetzung für den Erfolg der Absolut-Return-Fonds: der Manager muss jemanden finden, der dümmer ist. Je mehr Anlagekapital auf dieser Welle reitet, desto schwieriger wird es, diese Verlierer zu finden. In Zeiten, in denen die Börse nur noch einen Weg kennt, ist dies sogar nahezu unmöglich.

Fazit: Die meisten Absolut-Return-Fonds bewegen sich auf einem haarsträubenden Level. Einige Branchengrößen mussten gar schließen. Die Idee ist damit, Gott sei Dank, tot.

Bedauern kenne ich dabei weder für die Manager noch für die Anleger. Der angelsächsische Spruch „There is no such thing as free lunch!” ist nicht neu. Wer eine überdurchschnittliche Rendite will, muss bereit sein, ein überdurchschnittliches Risiko einzugehen. Alle anderen sind mit Bundesschatzbriefen besser beraten.

Beachten Sie auch meinen aktuellen Finanztipp auf www.altersportal.de

Ihr

Sidney Batt (Finanzplaner mit eidg. FA)

 

Pro 55 Plus GmbH
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Phone: 089 62 42 30 15

2.12.08 10:17


Immobilienfonds unter Druck

Seit zwei Monaten sitzt die internationale Finanzkrise breit und fest im Bewusstsein der Öffentlichkeit. Sie tut sich seither schwer mit dem Gedanken, dass ehedem als Hort der Sicherheit geltende Institute plötzlich als eigentliche Quelle der Gefahr geoutet wurden. Die Folge ist eine Orientierungslosigkeit der Anleger, welche sich bei Weitem nicht nur auf die privaten Investoren beschränkt, sondern auch in institutionellen Kreisen weit verbreitet ist.

Bereits vor einigen Wochen habe ich an dieser Stelle davor gewarnt, sich der allgemeinen Panik anzuschließen und das Heil in physischem Gold zu suchen. Die Kurse des gelben Metalls haben sich Anfang Oktober – entgegen dem aktuellen Trend der Rohstoffe – auf Grund der hohen Nachfrage innerhalb kürzester Zeit wieder in Richtung alter Höchstkurse bewegt um dann, nach dem sich der erste Hype verflüchtigt hat, wieder gegen Süden zu bewegen. Möglicherweise denken diese Anleger langfristig und sehen deshalb ihr Geld nicht verloren. Nüchtern betrachtet hätte es sich allerdings gelohnt, etwas Geduld zu zeigen und den Durst nach sicheren Sachwerten erst dann zu stillen, wenn sich die Lage etwas beruhigt hat.

Professionelle Anleger als Auslöser

Ähnlich interessant, wenngleich mit anderen Vorzeichen, ist die Entwicklung, welche sich nun im Bereich der offenen Immobilienfonds abzeichnet. Wegen horrender Mittelabflüsse mussten einige der renommiertesten Fonds in diesen Tagen von ihrem Recht Gebrauch machen und die Rücknahme von Anteilen aussetzen.

Zum Verhängnis dürfte ihnen, nebst den Gerüchten über eine Wertberichtigung der Immobilien per se, ihre relative Stabilität geworden sein, welche es gerade semi-institutionellen Anlegern (Dachfonds, Vermögensverwalter, etc.) ermöglicht, diese Positionen ohne Wertverlust aufzulösen und so die Baisse in anderen Bereichen (Rohstoffen, Aktien, Renten) auszusitzen.

Weil offene Immobilienfonds ihre Assets, anders als etwa Aktien- oder Rentenfonds, nicht innerhalb kürzester Zeit verflüssigen können, geraten sie durch die Mittelabflüsse ohne eigenes Zutun und (meist) ohne eigenes Verschulden in eine Liquiditätsfalle, aus welcher sie sich nun mit dem Stopp der Anteilsrücknahme zu befreien versuchen. Die Gefahr liegt nun darin, dass diese professionellen Anleger eine Welle lostreten könnten, welche die Masse der Privatanleger erfasst und so zwangsläufig zu einem weiteren Brandherd im Finanzbereich führen könnte.

Folgendes meint die Finanzredaktion:

Auch die Immobilienfonds können sich natürlich dem weltweit zu beobachtenden Abflauen der Konjunktur nicht entziehen. Sinkende Renditen – wir gehen von einem Minus von ca. 2% im Vergleich zu den beiden Vorjahren aus – sind die zwangsläufige Folge dieser Entwicklung.

Trotzdem bleiben offene Immobilenfonds gerade für den Privatanleger ein attraktives Investment. Relative Stabilität, Schutz gegen die sich abzeichnende Inflation im Zusammenhang mit der neuerlichen Geldschwemme der Notenbanken und solide Renditen im Vergleich zu anderen Asset-Klassen sprechen klar für eine Anlage in diesem Bereich.

Des Weiteren weisen wir darauf hin, dass gerade international ausgerichtete Immobilienfonds auch nach Einführung der Abgeltungssteuer im kommenden Jahr ein geeignetes Mittel sind, die eigene Steuerbelastung im Rahmen zu halten. Immobilienfonds dürfen deshalb durchaus als Gewinner der neuen Abgeltungssteuer bezeichnet werden.

Bestehende Inhaber von Immobilienanteilen sollten deshalb Ruhe bewahren. Wer keine Immobilienfonds besitzt, sollte einen Kauf im Hinblick auf die Abgeltungssteuer zumindest als mögliche Option prüfen.

Beachten Sie auch meinen aktuellen Finanztipp auf www.altersportal.de

Herzlichst, Ihr

Sidney Batt
(Finanzplaner mit eidg. FA)
10.11.08 09:52





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